Chaos im Nahen Osten

10.08.2020 | Aktuelles, Pressemitteilung

Das libanesische Kabinett hat geschlossen seinen Rücktritt verkündet. Es ist fraglich, ob diese Entwicklung den Menschen im Libanon die gewünschten Veränderungen bringen wird. 

Die schreckliche Explosion in Beirut letzte Woche hat bisher über 130 Tote und 5000 Verletzte zu beklagen. 300.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Das Unglück brachte erneut die Komplexität der Situation in der Region zum Vorschein: 

Die Menschen des Libanons sehen ihre Regierung in der Schuld, rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Hilfen nicht direkt an die Regierung fließen zu lassen, denn diese sei korrupt. Auch die in Deutschland als Terrororganisation verbotene Hisbollah, mächtiger Teil der libanesischen Regierung, wird schwer kritisiert. Es wird allgemein angenommen, dass die Organisation die Hafenanlage für ihre Schmuggeloperationen nutzt. Außerdem wird sie allgemein kritisiert, da sie einen Parallelstaat außerhalb der offiziellen Strukturen betreibt, was zur Schwächung der staatlichen Institutionen beiträgt. Die schiitische Hisbollah ist ein Stellvertreter des iranischen Regimes und die jetzige Situation wirft ein Licht auf die weitreichende verfahrene Lage in der Region. 

Dass der Iran hegemoniale Absichten hat, ist kein Geheimnis. Die Hisbollah ist nur eine der Bausteine des Regimes in der Verfolgung dieses Ziels. Vielleicht sollten wir das Unglück und die lauterwerdenden libanesischen Stimmen als Weckruf nutzen und die Absichten des iranischen Regimes nochmals genauer unter die Lupe nehmen. In diesem Sinne wäre es auch sinnvoll, die Art unserer Beziehungen zum iranischen Regime zu überdenken.