Manderla-Mail Nr. 36

19.06.2020 | Manderla Mail

„Ein freies Volk soll wiedererstehen, dessen Grundgesetz die Achtung menschlicher Würde ist. Ein neues Deutschland soll geschaffen werden, das auf Recht und Frieden gegründet ist.“

– Kölner Leitsätze, 17. Juni 1945

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

vor 75 Jahren begann die Arbeit an den “Kölner Leitsätzen”. Zu der Zeit lag Köln noch in Trümmern, aber dennoch fanden sich überzeugte christliche Demokraten und Demorkatinnen zusammen, um Die Thesen und Grundsätze zu formulieren, die später das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und auch das Bundesstatut der CDU im Wesentlichen geprägt haben. Als Kölner können wir auch heute noch stolz auf diese grandiose Leistung sein. Lesen Sie dazu weiter unten ein Interview mit Dr. Ulrich Soénius, Historiker, Archivar, Kulturpolitiker und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Köln.

Diese Woche wurde die viel diskutierte Corona-Warn-App in Betrieb genommen. Sie hilft uns festzustellen, ob wir in Kontakt mit einer infizierten Person geraten sind und daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. So können wir Infektionsketten schneller unterbrechen. Die App ist ein Angebot der Bundesregierung. Download und Nutzung der

App sind vollkommen freiwillig. Sie ist kostenlos im App Store und bei Google Play zum Download erhältlich. Die Corona-Warn-App hilft, Infektionsketten schnell zu durchbrechen. Sie macht das Smartphone zum Warnsystem. Die App informiert uns, wenn wir Kontakt mit nachweislich Corona-positiv getesteten Personen hatten. Sie schützt uns und unsere Mitmenschen und unsere Privatsphäre.

Apple Store:

https://apps.apple.com/de/app/corona-warn-app/id1512595757

Google Play Store

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.rki.coronawarnapp

Je mehr Menschen die App nutzen, umso effizienter können wir die Gefahr einer zweiten Welle abschwächen. Ich habe sie selber auch bereits installiert und ich würde mich freuen, wenn Sie das auch tun würden. Nicht nur, was die Gesundheit betrifft, hat uns die Corona-Pandemie vor große Herausforderung gestellt. Sie hat in Deutschland zum größten wirtschaftlichen Bruch der Nachkriegsgeschichte geführt. Jetzt gilt es, diesen Bruch als Chance zu nutzen. Mit unserem Aufbruchspaket wollen wir Stabilität erhalten, die Konjunktur stärken und unsere Zukunft gestalten. Deutschland soll gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen. Das Paket soll Hilfen für Wirtschaft, Bürger und Kommunen im Umfang von 130 Milliarden Euro enthalten.

Ich hoffe, es geht Ihnen und Ihren Liebsten gut und Sie bleiben weiterhin alle gesund.

Mit freundlichen Grüße
Ihre
GIsela Manderla

In diesem Newsletter:
– Investitionen für die Zukunft
– Das Konjunkturpaket
– Corona Faktencheck und Informatione
– Nationale Wasserstoffstrategie: Potential erkennen, Chancen nutze
– Diese Woche im Bundestag
– Regierungserklärung: Solidarität mit Europa
– Mehrwertsteuer runter, Kinderbonus für Familien
– Förderung der Photovoltaik bleibt
– Bundeswehrmandate gehen in die Verlängerung (Rede zu UNIFIL)- Kickoff 2030
– Kindesmissbrauch bekämpfen
– Interview mit Dr. Ulrich S. Soénius zum 75-jährigen Jubiläum der CDU Köln

1. Investitionen für die Zukunft

Das Kabinett hat ein umfangreiches 130 Milliarden Euro Konjunkturpaket

beschlossen, das Hilfe für Wirtschaft, Bürger und Kommunen enthält.

Ein Überblick:

• Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent und von 7 auf 5 Prozent vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 | Umfang: 20 Mrd. Euro

• Familienbonus: Einmalig 300 Euro für jedes Kind | Umfang: 4,3 Mrd. Euro

• Senkung der EEG-Umlage: 2021 auf 6,5 ct/kWh und 2022 auf 6 ct/kWh | Umfang: 11 Mrd. Euro

• Überbrückungshilfen für u.a. Reisebüros, Caterer, Schausteller | Umfang: 25 Mrd. Euro

• Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge bei 40 Prozent | Umfang: 5,3 Mrd. Euro

• Entlastung der kommunalen Familie durch dauerhafte Übernahme des

Bundes der „Kosten der Unterkunft“ von bis zu 75 Prozent | Umfang: 4 Mrd. Euro pro Jahr

• Kommunaler Solidarpakt: Kompensation krisenbedingter Ausfälle der Gewerbesteuer | Umfang: 5,9 Mrd. Euro Beitrag des Bundes

• Unterstützung und Ausbau des ÖPNV | Umfang: ca. 8 Mrd. Euro

• Förderung der Sportstätten in den Jahren 2020 und 2021 mit zusätzlich 150 Millionen Euro | Umfang: 150 Mio. Euro

• Förderung des beschleunigten Ausbaus der Kapazitäten bei Kitas, Krippen, Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung | Umfang: 3 Mrd. Euro

• Investitionen in klima- und umweltfreundliche Mobilität | Umfang: ca. 8 Mrd. Euro

• Weitere Förderung Erneuerbarer Energien und Klima- und Umweltmaßnahmen | Umfang: 13,5 Mrd. Euro

• Ausbau des Digitalstandorts Deutschland wird stärker vorangebracht | Umfang: 16 Mrd. Euro

Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier:

https://www.cdu.de/corona/koalitionsausschuss_juni2020

https://www.cducsu.de/sites/default/files/2020-06/cducsu_faktenblatt_Zukunft_5.pdf

https://www.cducsu.de/sites/default/files/2020-06/cducsu_faktenblatt_Zukunft_5.pdfhttps://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/200604_cdu_kraftpaket_2020_0_0.pdf?file=1&type=field_collection_item&id=20976

Für Köln bringt dieses Paket eine Entlastung von mehr als 87 Millionen Euro jährlich.

2. Corona-Faktencheck

Das Faktenblatt mit den Maßnahmen gegen die Corona-Krise finde Sie weiterhin hier:

https://www.cducsu.de/sites/default/files/2020-06/cducsu_faktenblatt_Corona_III_NEU-5.pdf

Wichtige Informationsquellen

Wichtig in Zeiten des Coronavirus: Informieren Sie sich aktiv bei zuverlässigen Quellen!

Aktuelle Informationen im Überblick:

bpaq.de/corona-info

bpaq.de/fb_bmg_corona

www.zusammengegencorona.de

Infos für Beschäftigte: bpaq.de/bmas_corona

Infos für Unternehmen, Selbstständige, etc.: bpaq.de/fb_bmwi_corona

Infos für Reisende: bpaq.de/fb_aa_corona

Infos zu Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen: bpaq.de/fb_bmi_corona

Infos zur Lebensmittelversorgung: bpaq.de/fb_bmel_corona

Infos zum Infektionsschutz: www.infektionsschutz.de/coronavirus/

Fachinformationen: bpaq.de/fb_rki_corona

3. Nationale Wasserstoffstrategie: Potential erkennen, Chancen nutzen

Das Kabinett hat am 10. Juni die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen – ein weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung unserer Klimaziele. Im deutschen Beitrag zur weltweiten Begrenzung der Erderwärmung nimmt Wasserstoff eine Schlüsselrolle ein. Wir brauchen CO2-freie Alternativen zu unseren derzeit eingesetzten fossilen Energieträgern. Dabei ist aus Sicht der Bundesregierung nur Wasserstoff, der auf Basis erneuerbarer Energien hergestellt wurde, auf Dauer nachhaltig. Gleichzeitig bietet Wasserstoff große industriepolitische Chancen, auch für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau.

Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie setzen wir ein entscheidendes Signal:

Wir meinen es ernst mit dem energiepolitischen Zukunftsthema Wasserstoff und werden mit aller Kraft die unverzügliche Umsetzung der Strategie vorantreiben – national wie international.

4. Diese Woche im Bundestag

Regierungserklärung: Solidarität mit Europa

Bundeskanzlerin Angela Merkel gab am Donnerstag eine Regierungserklärung vor dem Bundestag ab – es ging um den Europäischen Rat. Denn die Staats- und Regierungschefs beschäftigen sich heute in Brüssel mit dem sog. Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) – dem EU-Haushaltsplan für die Jahre 2021 bis 2027. Daran angedockt werden soll ein Wiederaufbaufond, aus dem die besonders von der Corona-Krise betroffenen Mitgliedstaaten wie Italien oder Spanien unterstützt werden können. Die Themen Haushaltsplan und Wiederaufbaufonds stehen auch im Mittelpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt.

Mehrwertsteuer runter, Kinderbonus für Familien

Der Bundestag hat mit dem „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz“ weitere wichtige Maßnahmen debattiert, mit denen die Folgen der Corona-Krise abgefedert werden sollen. 

Das Gesetz, das Teil des Konjunkturpakets ist, sieht u.a. vor, dass die Umsatzsteuersätze befristet vom 1.Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent und von 7 auf 5 Prozent gesenkt werden.

Ein ganz wichtiger Punkt betrifft Familien: Sie erhalten einen Kinderbonus für jedes kindergeldberechtigte Kind in Höhe von 300 Euro, das Geld soll in zwei Raten im September und Oktober gemeinsam mit dem Kindergeld ausgezahlt werden – ein zusätzlicher Antrag ist nicht nötig. Der Kinderbonus wird aber – analog zum Kindergeld – beim Kinderfreibetrag berücksichtigt. Übrigens: Auch Familien, deren Kinder noch nicht geboren sind, aber noch in diesem Jahr zur Welt kommen, erhalten das Geld.

Zudem wird der steuerliche Verlustrücktrag für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. EUR (10 Mio. EUR bei Zusammenveranlagung) erweitert sowie ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen.

Förderung der Photovoltaik bleibt

Die Förderung kleiner und mittlerer Photovoltaik-Anlagen wird auch zukünftig möglich sein: Der „Solarförderdeckel“ wird abgeschafft. Denn wir haben das „Gesetz zur Vereinheitlichung des Energiesparrechts für Gebäude“ beschlossen, und ein wichtiger Punkt darin ist, dass die EEG-Förderung von Photovoltaikanlagen bis zu 750 Kilowatt Leistung auch dann fortgeführt werden kann, wenn der Solar-Ausbau in Deutschland die Grenze von 52 Gigawatt erreicht hat – diese Marke wird noch in diesem Sommer geknackt. Ein anderer wichtiger Punkt, den das neue Gesetz adressiert, betrifft Windräder: Die Verantwortung für die Abstandsregeln bei Windkraftanlagen liegt künftig bei den Bundesländern. Sie können entscheiden, ob sie den Mindestabstand einem Kilometer zur Wohnbebauung in ihre Landesbauordnungen aufnehmen oder nicht. Damit wird die Möglichkeit zu mehr Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie auf dem Land geschaffen.

Bundeswehrmandate gehen in die Verlängerung

Im Plenum standen die Verlängerung der Beobachtermission UNIFIL im Libanon und der Stabilisierungsmission KFOR im Kosovo zur Abstimmung an.

Die Bundeswehr ist seit 1999 im Kosovo präsent. Die Mission KFOR (Kosovo Force) hat u.a. den Auftrag, ein sicheres Umfeld für den Aufbau einer zivilen Friedensordnung zu schaffen. Derzeit leisten etwa 3.400 Soldatinnen und Soldaten, davon 80 aus Deutschland, im Kosovo ihren Dienst.

Seit 2006 unterstützt UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) die libanesische Regierung dabei, Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel zu verhindern. Deutsche Marinesoldaten und –Soldatinnen engagieren sich außerdem seit mehreren Jahren in der Ausbildung der libanesischen Marine.

Hier können Sie sich meine Rede dazu anhören:

5. Kickoff 2030

Wie funktioniert gesellschaftlicher Zusammenhalt? Wie sicher ist unser Gesundheitssystem? Wie digital wird unser Alltag der Zukunft? In den letzten Wochen haben wir uns Fragen gestellt, die wir uns bisher nicht stellen mussten. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die Antworten finden: Teilen Sie Ihre Ideen mit anderen. Diskutieren Sie sie. Und gestalten Sie Zukunft mit: Beim Deutschland Kickoff 2030.

https://mitmachen.cdu.de/kickoff2030/

6. Kindesmissbrauch bekämpfen

Die schrecklichen Fälle von Kindesmissbrauch in Münster haben Bewegung in die Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie gebracht.

Endlich bekommt die Bekämpfung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder den Stellenwert, den sie verdient. Sexueller Kindesmissbrauch ist ein Verbrechen.

Laut Kriminalstatistik von 2019 wurden durchschnittlich 43 Kinder pro Tag in Deutschland Opfer von sexueller Gewalt. Die spektakulären Missbrauchs- oder Vernachlässigungsfälle von Kindern der letzten Jahre haben zu einer verstärkten öffentlichen Wahrnehmung der Kinderschutzproblematik geführt.

Diese Fälle zeigen einen bedenklichen Zustand der Verrohung unserer Gesellschaft, der sich auch bei der Gewalt gegen Frauen zeigt. Mehr Schutz für Frauen und Kinder vor Gewalt ist ein politischer Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode. Die noch offenen Punkte des Koalitionsvertrags müssen jetzt umgesetzt werden.

Die Frauen Union der CDU initiierte bereits 2018 auf dem Hamburger CDU-Parteitag

den Beschluss zum Kinderschutz. Die aktuellen Forderungen der CDU beruhen auf dieser Positionierung und deren aktueller Weiterentwicklung.

Das sind die aktuellen Forderungen der CDU für eine umfassende und konsequente Rechtsreform:

Strafmaß: Missbrauch als Verbrechen einstufen, nicht als Vergehen

• Für Täter und Mittäter sexuellen Missbrauchs müssen drastische Strafen möglich sein. Wir müssen Kindesmissbrauch in jedem Fall als Verbrechen einstufen – nicht nur als Vergehen, damit eine Mindesthaftstrafe von einem Jahr droht. Nur so können abschreckende Signale gesetzt werden.

Erhöhung des Strafrahmens: Haftstrafen bis zu fünf Jahren

• Beim Besitz von Kinderpornografie muss eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren statt bis zu drei Jahren drohen. Es kann nicht sein, dass der einfache Ladendiebstahl mit einem höheren Strafrahmen belegt ist als das sich Verschaffen von kinderpornografischem Material.

Schutz vor Wiederholungstätern: Untersuchungshaft erleichtern

• Um Kinder vor Wiederholungstätern zu schützen, soll etwa bei Verdacht auf Missbrauch durch Kinderpornografie leichter eine Untersuchungshaft angeordnet werden können. Denn bislang reicht die bloße Wiederholungsgefahr nicht aus. Außerdem muss es auch bei schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung möglich sein, die Untersuchungshaft leichter zu verhängen.

Mehr Möglichkeiten für Ermittler: Vorratsdatenspeicherung muss kommen

• Die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet lässt sich nur über den Zugriff auf gespeicherte Telekommunikations-Verkehrsdaten wirksam aufklären. Deshalb brauchen die Ermittler die Möglichkeit der Vorratsdatenspeicherung. Datenschutz darf nicht zum Täterschutz werden. Wir müssen an die Täter rankommen, sie verurteilen und zur Rechenschaft ziehen können. 

Ausbau der Präventionsarbeit: Missbrauch im Vorfeld verhindern

• Um Kinder und Jugendliche noch besser vor Missbrauch schützen zu können, brauchen wir eine auf Dauer angelegte Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne. Ab dem Jahr 2022 sollte im Bundeshaushalt jährlich ein Betrag von mindestens fünf Millionen Euro bereitgestellt werden. Weiter fordert die Frauen Union der CDU Deutschlands:

Kinderschutz-Clearing-Stelle

• Die Schaffung einer Kinderschutz-Clearing-Stelle zum Löschen von kinderpornografischem Material.

Qualitätssicherung der Familiengerichte

• Wirksamer Schutz vor Kindesmissbrauch braucht Fachwissen und Qualitätssicherung. Dies muss für Richterinnen und Richter an den Familiengerichten unter Berücksichtigung der richterlichen Unabhängigkeit sichergestellt werden. Auch die Jugendämter müssen sich fortbilden und mit spezialisierter Fachberatung vernetzen. Sie müssen personell besser ausgestattet werden. Die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag hierzu ist rasch im Zusammenwirken mit den Ländern umzusetzen.

Fortbildung des medizinischen Personals

• Eine grundlegende und kontinuierliche Aus-, Fort- und Weiterbildung im Umgang mit Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch für medizinische Berufsgruppen. Die Kinderschutz-Hotline für Ärzte hilft beim Umgang mit Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung.

• Zur Verbesserung des Kinderschutzes wird der interkollegiale Ärzteaustausch

zur Verhinderung von Gewalt gegen Kinder und von „doctor-hopping“ ermöglicht und damit den Ärztinnen und Ärzten Rechtssicherheit gegeben.

Vernetzung und Fortbildung

• Eine bessere Vernetzung und Kommunikation zwischen Schule, Jugendamt, Gericht und Polizei.

• Die verbindliche und kontinuierliche Aus-, Fort- und Weiterbildung in Sachen Kinderschutz für Erzieherinnen und Erzieher, sowie für Lehrkräfte aller Schulformen.

7. Interview mit Dr. Ulrich S. Soénius zum 75-jährigen Jubiläum der CDU Köln

Foto Peter Boettcher

Wer waren die Gründungsväter/-mütter der CDU Köln und leben heute

noch Gründungsmitglieder?

Am 17. Juni 1945 kamen im Kölner Kolpinghaus 18 ehemalige Mitglieder des Zentrums und der christlichen Gewerkschaften,16 Männer und zwei Frauen, zusammen, um über die Gründung einer neuen, christlichen, aber überkonfessionellen Volkspartei zu beraten. Darunter waren bekannte Personen der Weimarer Republik, wie Sibille Hartmann oder Peter Josef Schaeven, beide ehemalige Stadtverordnete des Zentrums bis 1933, oder Dr. Leo Schwering, 1921 bis 1932 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.

Mehrere der Anwesenden hatten Repressalien des NS-Regimes erlitten, waren nach 1933 aus ihren beruflichen Positionen vertrieben worden oder in der NS-Zeit Verfolgungen, wie Verhören und Haft ausgesetzt.

Wer von den Gründungsmitgliedern war in den Folgejahren weiterhin politisch aktiv?

Einige der Gründer nahmen politische Funktionen in den Nachkriegsjahren in und für die CDU wahr. Dr. Wilhelm Warsch u. a. als Regierungspräsident 1947- 57, Bernhard Günther als Mitglied des Bundestages 1949-65, Hartmann im Stadtrat 1946-69, Schaeven 1946-58 im Landtag und 1945-58 im Stadtrat – er starb während einer Ratssitzung. Auch Schwering war 1946-58 Mitglied des Landtags.

Aus welcher Motivation heraus hatten die Gründungsmitglieder den Mut, eine neue christliche Partei zu gründen?

Die Gründer waren sich sehr schnell einig, dass sie zwar eine christliche Partei, aber keinesfalls wieder eine katholische Partei, wie das Zentrum, das sich 1933 unter dem Druck des NS-Regimes aufgelöst hatte, gründen wollten.

Maßgeblicher Impulsgeber der Idee war Schwering, der in einem Grundsatzreferat betonte, dass beide christliche Konfessionen im NS-Staat gelitten und Widerständler gestellt hätten. Für Schwering war klar, dass nur die Zusammenarbeit beider Konfessionen in der politischen Alltagsarbeit ein stabiles System ergäbe. Bei dem ersten Kreisparteitag am 19. August, der eigentlich in einem evangelischen Gemeindehaus stattfinden sollte, aber aufgrund der Raumsituation im zerstörten Köln dann im Kolpinghaus an der Breite Straße durchgeführt wurde, trat mit Pfarrer Hans Encke ein Mitglied der Bekennenden Kirche auf, der auch neuer Superintendent von Köln war. Dies stärkte die Einheit und eröffnete auch Skeptikern den Eintritt in die Partei, war doch jetzt klar, dass das alte katholische Zentrum nicht wieder auferstand. 

Mit welchen Schwierigkeiten hatten die Gründungsmitglieder zu kämpfen?

Die Alltagssituation im zerstörten Köln war äußerst schwierig. Die Nationalsozialisten hatten den Krieg begonnen, unvorstellbare Verbrechen begangen und Deutschland in Schutt und Asche hinterlassen. Es fehlte an allem: Räume, Telefon, Schreibmaschine, Papier. Nach und nach organisierte Generalsekretär Schaeven die Parteiarbeit. Die Besatzungsbehörden waren nicht grundsätzlich gegen Parteien eingestellt, aber der bürokratische Aufwand war immens, etwa bei der Anmeldung von Veranstaltungen.

Wann ist Konrad Adenauer in die CDU eingetreten?

Konrad Adenauer war seit dem 4. Mai 1945 Oberbürgermeister von Köln. Ende August 1945 trat er in die neu gegründete Christlich Demokratische Partei (CDP), wie die CDU anfangs hieß ein, ließ aber seine Parteiämter mit seiner Absetzung als OB durch die Briten im Oktober 1945 ruhen. Seit Anfang 1946 begann der kometenhafte Aufstieg des späteren Bundeskanzlers in der CDU, als er bei der ersten Tagung der CDU in der Britischen Besatzungszone am 22./23. Januar als Ältester die Leitung der Partei übernahm.

Wo und in welcher Form fanden die Treffen der neugegründeten Partei statt?

Das Kolpinghaus, Ort auch des christlichen Widerstandes in der NS-Zeit, war lange Jahre eine „natürliche“ Heimat der CDU. Ansonsten fanden die Veranstaltungen in den wenigen nicht zerstörten Räumen statt. 

Aus welchen gesellschaftlichen Milieus stammten die ersten Parteimitglieder?

Die Mitglieder kamen aus allen gesellschaftlichen Schichten – Arbeiter, Angestellte, Selbstständige, Beamte, Männer und Frauen. Die CDU in Köln war von vorneherein als Volkspartei gestaltet worden und stand allen Menschen offen. Es gründeten sich Untergliederungen, die die verschiedenen Interessen bündelten und in die Partei einbrachten: CDA (1945), Junge Union (1946), Evangelischer Arbeitskreis, Wirtschaftsvereinigung (beide 1947) und Frauen-Union (1948).

Wie war die Mitgliederentwicklung der CDU Köln?

Der Zulauf zu der Partei begann in den 1950er Jahren an deren Ende knapp 4.000 Mitglieder in der Kölner Kreispartei waren. Den absoluten Höhepunkt erreichte die Mitgliederzahl 1978 mit zeitweise über 10.000 Mitgliedern. Damit war Köln der Mitgliederstärkste Kreisverband der CDU Deutschlands.

Welche prominenten Köpfe hat die CDU Köln in mehr als sieben Jahrzehnten hervorgebracht?

Zu den über die Stadtgrenzen hinaus bekannteren Mitgliedern zählten neben den oben genannten Johannes Albers, Robert Pferdmenges, Hans Katzer, Änne Brauksiepe, Dr. Dorothee Wilms, Heinz Soénius und Dr. Heribert Blens sowie die Oberbürgermeister Dr. Hermann Pünder, Dr. Ernst Schwering, Harry Blum und Fritz Schramma.

Welche besonderen Leistungen der CDU kann man mit Blick auf die

Entwicklung des Kölner Nordens hervorheben?

Die CDU hat sich früh für die Wohnungsbaupolitik eingesetzt und dabei den Siedlungsbau in den Stadtvierteln favorisiert. Zudem hat sie die Schulpolitik, u.a. mit der Grundversorgung von genügend Schulen, entscheidend geprägt. Die Ansiedlung von Unternehmen und die Errichtung der modernen Verkehrsinfrastruktur in der ganzen Stadt waren und sind Themen, die die CDU seit dem Wiederaufbau priorisiert.

Die erste Darstellung zur Geschichte der Kölner CDU aus dem Jahre 1959

Zu diesem Thema erschien auch ein interessanter Artikel in der Kölnischen Rundschau.

Anstehende Termine

22. Juni: Sitzung des Geschäftsführenden Vorstandes der CDU Köln

22. Juni: Treffen mit Vertretern von ‚It’s for Kids‘

22. Juni: Landesvorstandssitzung CDU NRW

23. Juni: Gespräch mit Vertretern des Malteser Hilfsdienst

23. Juni: Vorstandssitzung Frauen Union Köln

24. Juni: Vorstandssitzung Tages- und Abendschule (TAS) Köln

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