Manderla-Mail Nr. 37

03.07.2020 | Manderla Mail

Manderla-Mail Nr. 37 – 3. Juli 2020 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, 

in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause beschäftigen wir uns mit vielen Themen, natürlich dominiert die Corona-Krise auch diese Woche wieder unsere Arbeit. Neben vielen finanziellen Maßnahmen, die beschlossen werden, gibt es unter anderem Unterstützung für die Reisebranche. Aber auch mit der Wahlrechtsreform beschäftigen wir uns zurzeit intensiv – sie soll nun endlich auf den Weg gebracht werden. Es muss uns gelingen, die Anzahl der Bundestagsabgeordneten auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen.

Mit dem „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz“, das im Plenum verabschiedet wurde, haben wir finanzielle Erleichterungen für Unternehmen und Familien auf den Weg gebracht. Von einer Maßnahme profitieren wir alle gemeinsam: 

Die Umsatzsteuersätze werden befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent und von 7 auf 5 Prozent gesenkt. 

Am Mittwoch hat Deutschland für sechs Monate die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union (EU) übernommen. Der Rat der Europäischen Union ist eines der wichtigsten Organe der EU. Die Aufgaben der Präsidentschaft bestehen in erster Linie darin, die Sitzungen des Rates und seiner vorbereitenden Ausschüsse und Arbeitsgruppen zu leiten. Während seiner Präsidentschaft vertritt Deutschland außerdem den Rat gegenüber den anderen Organen der EU, zum Beispiel bei den Verhandlungen über EU- Gesetzgebungsakte mit dem Europäischem Parlament und der Europäischen Kommission sowie gegenüber Drittstaaten und internationalen Organisationen. 

Deutschland übernimmt diesen Vorsitz in einer schwierigen Zeit. Die Corona- Krise hat uns allen in Europa wirtschaftlich sehr zugesetzt. Ich wünsche unserer Kanzlerin, den Ministern und allen Experten viel Erfolg am Ruder dieses für uns sehr wichtigen Schiffes. Die Erwartungen an diese Ratspräsidentschaft sind riesig: es geht um nicht weniger als um den Erhalt der EU. 

Dies ist mein letzter Newsletter vor der Sommerpause. Ich hoffe, es geht Ihnen und Ihren Liebsten gut und sie haben die schwierigen letzten Monate gut überstanden. Ich stehe Ihnen auch in dieser Zeit bei Fragen zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an mein Wahlkreisbüro unter 0221/540 25 300, wenn Sie Hilfe benötigen oder Anregungen haben. 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen wunderschönen und vor allem gesunden Sommer. 

Ihre

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In diesem Newsletter: 

– Deutschland am Ruder der internationalen Politik Gesetze: Der Pfad aus der Corona-Krise
– Weitere Gesetze
– 3,9 Milliarden Euro für Kommunen in NRW 
– Letzte heilige Messe vor der Sommerpause im Katholischen Kommissariat  
– Besuchergruppen im Bundestag
– Gastfamilien für das Parlamentarische Patenschafts-Programm gesucht            
– Anstehende Termine 

Es geht in die Sommerpause 

https://www.youtube.com/watch?v=jiUSrEx95vA&feature=youtu.be

1. Deutschland am Ruder der internationalen Politik
In diesen schwierigen Zeiten hier bei uns, in Europa und auf der ganzen Welt, schlüpft Deutschland in die Rolle des Konfliktlösers und Vermittlers in der Europäischen Union und den Vereinten Nationen. Wir übernahmen am 1. Juli die Ratspräsidentschaft in der EU und gleichzeitig den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat 

Gemeinsam Europa wieder stark machen 

Die Bundesregierung hat die EU-Ratspräsidentschaft unter das Motto „Gemeinsam. Europa wieder stark machen.“ gestellt. Damit ist klar, dass die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise Priorität hat. Denn die Corona-Pandemie ist eine alles überragende Herausforderung für die Europäische Union. Stark werden soll die EU auch mit Blick auf die anderen großen Transformationsprozesse wie den Klimawandel, die Digitalisierung oder die Veränderungen in der Arbeitswelt. 

Ganz oben auf der Agenda stehen natürlich unter anderem die Themen Sicherheit in Bezug auf Pandemien sowie Klimasicherheit. Weitere Themen: 

– Schutz der Außengrenzen
– Künftige Beziehungen zu Großbritannien Migrationspolitik
– Digitalisierung
– Mehrjähriger Finanzrahmen und Wiederaufbaufonds Beziehungen zu China
– Krisenprävention 

Eine große Verantwortung, aber auch eine große Chance

Foto: Auswärtiges Amt auf Twitter 

Komplexe und vielschichtige Außenpolitik

Außenpolitik ist höchst komplex und vielschichtig. Endlos viele Akteure, eine Vielzahl an Konsequenzen, die jeder Schritt, jede Entscheidung, auslösen kann und eine immer mehr globalisierte Welt, die gleichzeitig weiterhin von schwierigen Problemen und Konflikten geprägt ist – all dies macht die Außenpolitik aus. 

Was genau ist damit gemeint? 

Akteure in der internationalen Politik reichen von Außenministern über die versandten Diplomaten, die ihr Land in aller Welt vertreten, bis hin zu internationalen Institutionen wie die Europäische Union, die Vereinten Nationen, die NATO, und so weiter. Es gehören aber auch andere Organisationen dazu, die sich am internationalen Geschehen beteiligen, wie zum Beispiel Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch oder Amnesty International oder andere Nicht-Regierungsorganisationen. Es mischen aber nicht nur unser Außenminister und seine Diplomaten in unserer Außenpolitik mit, denn auch Bundeskanzlerin, Wirtschaftsminister, Entwicklungsminister – ja sogar der Innenminister – alle haben ein Wörtchen mitzureden. Denn die oben beschriebenen Konsequenzen unserer Außenpolitik betreffen sehr viele Berieche unseres Landes und unseres Lebens. So wurde ein ehemaliger Wirtschaftsminister für seinen Besuch in den Iran kritisiert, welcher nur wenige Tage nach dem Abschluss des Nuklearabkommens und der damit verbundenen Beendigung der Sanktionen stattfand. Es ist verständlich: der Iran ist ein brutales Regime, welches die Menschenrechte mit den Füssen tritt und Israel zerstören möchte. Aber: der Iran ist auch ein wichtiger Handelspartner Deutschlands und – was auch von essenzieller Bedeutung ist – die wirtschaftliche Entwicklung im Iran ist für die durch die Sanktionen geplagte Bevölkerung sehr wichtig. Allein schon dieses Beispiel demonstriert die vielen verschiedenen Seiten und Konsequenzen einer politischen Entscheidung. 

Deutschlands Möglichkeiten innerhalb der UNO 

Wenn Deutschland die Präsidentschaft des UN-Sicherheitsrates übernimmt, werden sich viele denken, dass man jetzt ganz einfach Resolutionen für den Klimaschutz oder gegen die Aktionen der Türkei in Syrien verabschieden kann. Doch so funktioniert Außenpolitik leider nicht. Im Sicherheitsrat gibt es fünf permanente Mitglieder mit Veto-Recht: China, Frankreich, Russland, Großbritannien, USA. Man kann sich vorstellen, dass sowohl China als auch die USA unter der jetzigen Administration bei jeglichen Resolutionen zum Klimaschutz von ihren Vetos Gebrauch machen würden. In der UN-Generalversammlung gibt es zwar keine Vetos – aber eine Vielzahl an Mitgliedstaaten, die nicht unbedingt immer mit unseren Positionen übereinstimmen. Die Arbeit an der UNO ist von delikater Diplomatie geprägt. Auch deshalb kommt es oft vor, dass Deutschland Resolutionen unterstützt, die zum Beispiel Israel scharf kritisieren. Diesen Abstimmungen ginge intensive Verhandlungen voraus, in denen Deutschland sich dafür eingesetzt hat, dass die Sprache dieser Verurteilungen abgeschwächt wurde. Wenn dies durch uns erreicht wurde, müssen wir diese Resolutionen natürlich mittragen. 

Türkei 

Wenn man sich fragt, wieso keine Sanktionen gegen die Türkei ergriffen werden, dann muss man gleichzeitig auch an das Abkommen denken, das die EU mit der Türkei in der Frage der Flüchtlinge abgeschlossen hat. Jede Aktion in der internationalen Politik kann eine – von dieser Aktion völlig unabhängige – Reaktion auslösen. Über diese Konsequenzen muss man sich im Klaren sein und dementsprechend abwägen, wo man vorgeht und wo nicht. 

Realismus 

Ich würde mir wünschen, dass wir mit allen Ländern, in denen Menschenrechte nicht beachtet werden, keine diplomatischen oder wirtschaftlichen Beziehungen pflegen könnten. In einer perfekten Welt wäre dies der Fall. Leider müssen wir in der Realität aber die Folgen unseres Handelns immer vor Augen haben. Wenn eine Aktion oder eine Verurteilung den Menschen vor Ort oder bei uns schaden könnte, oder wenn die Menschen vor Ort durch eine wirtschaftliche Beziehung profitieren können, dann muss dies bei außenpolitischen Entscheidungen immer in Betracht gezogen werden.

2. Der Pfad aus der Corona-Krise 

Zeitlich befristet sinkt die Mehrwertsteuer 

Grundsätzlich gilt:
Zur Ankurbelung der Konjunktur wird der Mehrwertsteuernormalsatz von 1. Juli bis 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Satz von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Dieser Schritt soll zu Preissenkungen auf breiter Front führen. Damit werden vor allem langlebige Konsumgüter stärker nachgefragt. Von dieser Steuersenkung profitieren insbesondere Bezieher von niedrigen und mittleren Einkommen, die einen großen Teil ihrer Einkünfte für Konsum verwenden. Mit dieser Maßnahme entlasten wir die Bürgerinnen und Bürger um knapp 20 Milliarden Euro. 

Beispiele aus der Praxis: 

Maßgebend für die Anwendung des jeweiligen Mehrwertsteuersatzes ist in der Regel der Zeitpunkt, wann eine Ware geliefert oder eine Dienstleistung vollständig erbracht wird. Auf den Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung kommt es ebenso wenig an wie auf den Zeitpunkt der Entgeltvereinnahmung oder der Rechnungserteilung. 

Auf Handwerkerleistungen, die von 1. Juli bis 31. Dezember 2020 beendet werden, sind nur noch 16 Prozent Mehrwertsteuer fällig. 

Bei Strom, Gas, Wärme oder Wasser ist in der Regel entscheidend, wann die Ablesung erfolgt. Der dann geltende Mehrwertsteuersatz ist für den gesamten Abrechnungszeitraum anzuwenden. Die Versorgungsunternehmen können aber auch Zeiträume vor dem 1. Juli 2020 und Zeiträume im zweiten Halbjahr getrennt abrechnen. Für Zeiträume vor dem 1. Juli 2020 gilt dann der alte Mehrwertsteuersatz, für Zeiten im zweiten Halbjahr 2020 der neue Mehrwertsteuersatz. 

Beim Telefon ist das Ende des Rechnungszeitraums entscheidend. Werden Telekommunikationsdienstleistungen beispielsweise von 15. Juni bis 14. Juli abgerechnet, gilt der neue Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent. 

Händler müssen jedoch nicht zwangsweise jedes Preisschild ändern. Mit der Preisangabenverordnung ist es auch vereinbar, dass sie – z. B. in einem Lebensmittelladen – einen pauschalen Rabatt an der Kasse gewähren. Das gleiche gilt auch für Kataloge. Ausgenommen von dieser Regelung sind allerdings Waren, die einer Preisbindung unterliegen, wie zum Beispiel Bücher. 

Verluste lassen sich leichter verrechnen

Verlustrücktrag: Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 von 1 Million Euro auf 5 Millionen Euro (bei Zusammenveranlagung: von 

2 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro) angehoben. Verluste aus diesem Jahr können aber jetzt schon geltend gemacht werden. Dazu werden mit dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz zwei neue Mechanismen eingeführt: Der mögliche Verlust aus diesem Jahr kann bei den Vorauszahlungen der Einkommen oder Körperschaftsteuer für das Jahr 2019 pauschal geltend gemacht werden. Dazu wird der Betrag, der für die Berechnung der Höhe der Vorauszahlungen für 2019 maßgeblich war, pauschal um 30 Prozent gesenkt. Die Vorauszahlungen werden dann neu berechnet und die Differenz an den Unternehmer ausgezahlt. 

Es ist aber auch möglich, in der Steuererklärung für 2019 schon jetzt pauschal einen Verlust für 2020 geltend zu machen. Auch hier beträgt die Pauschale 30 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Höhere Verluste können in beiden Fällen berücksichtigt werden, wenn man sie nachweisen kann. Es gilt aber die Grenze für den Verlustrücktrag.

Mehr Liquidität für Unternehmen 

Degressive Abschreibung: Um Anreize für mehr Investitionen zu schaffen, wird für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die 2020 und 2021 angeschafft werden, die Inanspruchnahme einer degressiven Abschreibung in Höhe von bis zu 25 Prozent ermöglicht. 

Einfuhrumsatzsteuer verschiebt sich: Die Verschiebung des Fälligkeitstermins um etwa 6 Wochen führt zu einem unmittelbaren Liquiditätseffekt, von dem einführende Unternehmen profitieren.

Entlastungen bei der Gewerbesteuer 

Die Hebesätze für die Gewerbesteuer sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Deshalb wird die Berechnung des Ermäßigungshöchstbetrags für die Gewerbesteuer angepasst. Dazu wird der Ermäßigungsfaktor auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags erhöht. Bis zu einem Hebesatz von bis zu 420 Prozent können damit im Einzelfall Personenunternehmer durch die Steuerermäßigung vollständig von der Gewerbesteuer entlastet werden. 

Zur Berechnung der Gewerbesteuer werden dem Gewinn aus dem Gewerbebetrieb bestimmte Beträge hinzugerechnet, wenn sie einen Freibetrag übersteigen. Dieser Freibetrag liegt derzeit bei 100.000 Euro und wird auf 200.000 Euro verdoppelt. Auch hierdurch ergibt sich eine Entlastung für den Gewerbetreibenden. 

Mehr Unterstützung für Eltern und Kinder 

Kinderbonus: Es wird in diesem Jahr ein einmaliger Kinderbonus in Höhe von 300 Euro gezahlt. Der Anspruch auf den Kinderbonus besteht für jedes Kind, für das im Jahr 2020 für mindestens einen Kalendermonat ein Kindergeldanspruch besteht. Es wird also beispielsweise auch für Kinder gezahlt, die im Dezember geboren werden. Der Kinderbonus wird genau wie das Kindergeld aber auf den Kinderfreibetrag angerechnet. Das bedeutet, dass gerade Familien mit kleinen und mittleren Einkommen vom Kinderbonus profitieren. Statt der ursprünglich vorgesehenen Verteilung auf 150 Euro für September und 150 Euro für Oktober haben wir darauf gedrungen, dass bereits im September 200 Euro ausgezahlt werden und im Oktober 100 Euro. Damit verfügen Familien zu Schuljahresbeginn über einen höheren finanziellen Spielraum. 

Höherer Entlastungsbetrag: Für die Jahre 2020 und 2021 wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende um 2.100 Euro auf 4.008 Euro angehoben. 

Mehr Geld für Forschung und Entwicklung

Höhere Förderung: Die Begrenzung der Bemessungsgrundlage im Forschungszulagengesetz für förderfähige Aufwendungen wird von 2 Millionen auf 4 Millionen Euro erhöht. Damit verdoppelt sich die maximale Höhe der Forschungszulage pro Jahr auf 1 Million Euro. Grundsätzlich kann jedes Unternehmen die Forschungszulage beantragen, ganz gleich, wie groß es ist oder welche Unternehmensrechtsform es aufweist. 

Stärkere Förderung von Dienstwagen ohne CO2-Emissionen 

Betriebliche Fahrzeuge, die keine CO2-Emissionen je gefahrenen Kilometer haben (reine Elektrofahrzeuge, inkl. Brennstoffzellenfahrzeuge), werden zukünftig noch stärker gefördert. Zur Steigerung der Nachfrage unter Berücksichtigung der Ziele zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität wird der bestehende Höchstbetrag für die Förderung von 40.000 Euro auf 60.000 Euro angehoben. 

3. Grundrente 

Wir beschlossen diese Woche die Einführung einer Grundrente sowie Freibeträge in der Grundsicherung und Verbesserungen beim Wohngeld. Mit der Grundrente werden geringe Verdienste mit einem Zuschlag künftig rentenrechtlich stärker aufgewertet. Voraussetzung für den vollen Zuschlag in der Rente sind 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung. Einen reduzierten Zuschlag können Berechtigte bereits ab 33 Jahren Grundrentenzeiten erhalten. Einkommen oberhalb eines Einkommensfreibetrags werden auf die Grundrente angerechnet. Die Zahlung des Zuschlags erfolgt automatisch, ein Antrag ist also nicht erforderlich. Die Neurentner werden ihrer Grundrente beginnend ab Juli 2021 erhalten. Die Verwaltung wird die bestehenden Renten sukzessive bis zum 31.Dezember 2022 überprüfen, wobei zunächst die lebensältesten Berechtigten die Grundrente erhalten sollen. Es wird in jedem Fall rückwirkend ab 1. Januar 2021 gezahlt werden. 

Außerdem wird als Anreiz für den Aufbau einer zusätzlichen arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung bei Geringverdienern mit einem monatlichen Bruttoarbeitslohn bis zu 2.575 Euro der Förderbetrag zur betrieblichen Altersversorgung von derzeit maximal 144 Euro auf maximal 288 Euro erhöht. Die Einkommensgrenze, bis zu der man den vorgenannten Förderbetrag erhält, wird von derzeit 2.200 Euro auf 2.575 Euro brutto angehoben, wovon potentiell 2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren werden. Schließlich wird der 

Förderhöchstbetrag für den Arbeitgeber von 480 Euro auf 960 Euro verdoppelt. 

4. Überwindung der Krise – Zweiter Nachtragshaushalt 

Um schneller aus der Krise zu kommen, braucht unsere Volkswirtschaft einen kräftigen Schub. Und der wird durch einen Zweiten Nachtragshaushalt, über den jetzt der Bundestag abgestimmt hat, finanziert. Er sieht gegenüber dem Ersten Nachtragshaushalt eine weitere Kreditaufnahme in Höhe von rund 62,5 Milliarden Euro vor. Die gesamte Neuverschuldung des Bundes wird einschließlich dem ersten Nachtragshaushalt damit bei 218,5 Milliarden Euro liegen. 

Die sehr hohe Neuverschuldung in diesem Jahr ist angesichts der Schwere der Covid19-Pandemie erforderlich. Allein das Steueraufkommen wird wegen des Wirtschaftseinbruchs um rund 65 Milliarden Euro geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Hinzu kommen die umfangreichen Hilfen zur Stabilisierung des Gesundheitssystems und zur Sicherung der Unternehmen und der Arbeitsplätze. Der Bundestag wird erneut einen Beschluss fassen, mit dem die Ausnahmeregelung der Schuldenbremse für außergewöhnliche Notsituationen aktiviert wird. Dazu kommt ein Tilgungsplan für die Schulden ab 2023 über einen Zeitraum von 20 Jahren. 

Mit dem Zweiten Nachtragshaushalt sollen hauptsächlich die Maßnahmen des Anfang Juni von der Koalition beschlossenen Konjunkturpakets finanziert werden: Darunter fallen z.B. die Instrumente aus dem oben genannten „Zweiten Corona- Steuerhilfegesetz“ (wie die befristete Absenkung der Umsetzsteuer und der Kinderbonus), die Überbrückungshilfen zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen, Investitionen in den Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung, aber auch vorgezogene Investitionen des Bundes, die noch in den Jahren 2020 und 2021 anlaufen können. 

Unterstützung für die Reisebranche 

Die Reisebranche wurde besonders hart von der Pandemie getroffen. Mit dem „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Pauschalreisevertragsrecht“, das wir verabschiedet haben, sollen die Folgen nun abgemildert werden. 

Das Gesetz sieht vor, dass Reiseveranstalter ihren Kunden für vor dem 8. März 2020 gebuchte Pauschalreisen, die wegen der Corona-Pandemie ausfielen, statt der Erstattung Gutscheine für spätere Reisen anbieten können. Diese Gutscheine sind über die bisherige Versicherung abgedeckt und falls nötig darüber hinaus durch eine staatliche Garantie über den kompletten Wert abgesichert. Diese Garantie würde auch dann greifen, falls ein Anbieter in die Insolvenz geht. Wird ein Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, bekommt der Kunde das Geld ausgezahlt. 

AUS NRW 

3,9 Milliarden Euro für Kommunen in NRW

Das Landeskabinett hat am 23. Juni den Weg für das „Nordrhein-Westfalen- Programm I“ frei gemacht. Das „Investitionspaket Kommunen“ soll sich auf insgesamt 3,93 Milliarden Euro belaufen. 

Einige Punkte: 

Ausfälle bei Gewerbesteuereinnahmen werden mit 2,8 Milliarden Euro kompensiert (zur Hälfte durch den Bund finanziert).
Sicherung des ÖPNV durch Erstattung von Fahrgeldausfällen in Höhe von 700 Millionen Euro (größtenteils durch den Bund finanziert). 

Stärkung der Innenstädte und Zentren in Höhe von 70 Millionen Euro. Kommunale Verkehrsinfrastruktur, Straßen und Radwege: 50 Millionen Euro. Maßnahmen im Bereich der Klimaanpassung werden mit weiteren 15 Millionen Euro unterstützt. 

Letzte heilige Messe vor der Sommerpause im Katholischen Kommissariat
In seiner Predigt bei der letzten heiligen Messe für die Bundestagsabgeordneten vor der Sommerpause betonte Bischof Georg Bätzing, wie wichtig es war und ist, die Corona-Krise mit Klugheit, Mut und Weitsicht zu bewältigen. 

Foto: Mit Prälat Dr. Karl Jüsten und Bischof Georg Bätzing 

Besuchergruppen im Bundestag
Wie Sie vielleicht bereits wissen, sind aufgrund der Corona-Pandemie zurzeit die Besuchergruppen im Bundestag ausgesetzt. Ab sofort kann ich jedoch für bis zu sechs Einzelbesucher den Besuch im Bundestag ermöglichen. Bei Interesse melden Sie sich bitte in meinem Wahlkreisbüro. 

 

Foto: Oh-Berlin.com

Gastfamilien für das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) gesucht!

In diesem für die USA so schwierigen Jahr engagiere ich mich für das Parlamentarische Patenschafts-Programm. 

Das PPP ist ein Austauschprogramm zwischen dem deutschen Bundestag und dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des deutsch-amerikanischen Verständnisses, weil jedes Jahr Stipendien vergeben werden, damit deutsche bzw. US- amerikanische Stipendiatinnen und Stipendiaten ein Jahr im jeweils anderen Land leben können. 

Derzeit suchen wir offene und interessierte „Türöffner“, die amerikanischen Stipendiatinnen und Stipendiaten für einige Monate ein zweites Zuhause geben möchten. Interessenten mögen sich direkt an die gemeinnützige Austauschorganisation wenden.

Open Door International e.V. (ODI): 

Web: http://www.opendoorinternational.de/gastfamilie-werden.html Tel: 0221-6060855-27
E-Mail: gastfamilie@opendoorinternational.de 

Anstehende Termine
4. Juli: Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes der Frauen Union NRW

4. Juli: Sitzung des Landesvorstandes der Frauen Union NRW